Fotografie Photography
Der Fotograf
   

"Flieg, Engelchen, flieg!"

"Ich fotografiere - also bin ich." Aber bin ich auch Fotograf?

Tatsächlich beschleichen mich Zweifel, wenn ich bekennen soll, "Fotograf" zu sein, impliziert das doch ein hohes Maß an - wie ich meine - künstlerischer Profession, die ich für mich einfach nicht in Anspruch nehmen mag. Richtig ist allerdings, dass ich gern, inzwischen sogar leidenschaftlich gern fotografiere.

Weit weniger irritiert mich, wenn ich von Bekannten und Freunden gefragt werde, ob denn "das alles" überhaupt zusammengehe, soll wohl heißen: miteinander zu vereinbaren sei. Womit dann wohl die Fotografie, der Amateurfunk und meine Affinität zu Gärten und Gärtnerischem angesprochen sind. Laster also, die in manchen Augen auch zu einem lasterhaften Menschen machen, einem, der sich nicht mal zu einem von vielen entscheiden könne. Ein oberflächelnder Hallodri also. Aristoteles behauptete einmal, dass die Tugend "die rechte Mitte" zwischen zwei Lastern sei. Augenzwinkernd davon ausgehend, dass der Grieche sich wohl nicht habe vorstellen können, dass ein Mensch sich mehr als zwei Lastern verschreiben könne, verkünde ich dann, dass ich ganz gut damit reüssiere, die "rechte Mitte" zwischen allen meinen Las... sagen wir mal: Liebschaften einzuhalten. Ein Indiz für solche Tugendhaftigkeit liefert doch ein wenig auch diese Homepage. Oder?

Dabei drängelte sich die Fotografie recht früh und dann immer wieder in meine Biografie. Es muss wohl 1946 gewesen sein, dass mein Stiefvater statt des üblichen Zentners Steckrüben eine - "gut erhaltene" - Rolleicord mit nach Hause brachte, schwarzmarktlich erkungelt gegen zwei Flaschen Hochprozentigen aus der häuslichen Küchen-Destille: für mich nachweislich die erste Begegnung mit einem erstaunlichen chemischen Prozess und einem daraus gewonnenen ebenso erstaunlichen fotografischen Gerät. Fortan wurde der Vater bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum "Lichtbildner" in schwarzweißem Sechs-mal-sechs. Unvergesslich die zirkusreifen Flieg-Engelchen-Flieg-Einlagen mit der noch sehr jungen Schwester Angelika (sic!) als Lieblingsmotiv, die, von der offensichtlich beglückten Mutter in schwindelnde Höhen geworfen, vom fotovernarrten Vater aus extremer Froschperspektive abgelichtet wurde. Bei Gelegenheit erfuhr ich, ohne zu fragen, wie wichtig bei der Art "Lichtbildnerei" kurze "Verschlusszeiten" seien und wie das die Wahl der "Blende" bevormunde. Und dann die Sache mit der "Tiefenschärfe"... Und die Sache mit dem richtigen Licht (erschwerend: wo Licht ist, ist auch Schatten), und, und... Vieles davon blieb sogar für immer hängen, aber den Wunsch, selbst zu fotografischem Handwerkszeug zu greifen, löste das - bei dem Elfjährigen - nicht aus.

Probieren geht über Studieren?

Auch offenbar später nicht, als ich in meiner (inzwischen lebenslangen) experimentellen Phase begann, alles, was meine Neugier auf Trab brachte, mittels Experiment ausgiebigst unter die Lupe zu nehmen. Unter die Lupe? Irgendwann war, mit didaktischer Unterstützung durch einen KOSMOS Optikus-Experimentierkasten (meine Eltern hatten ein überaus talentiertes Händchen für pädogogisch wertvolles Spielzeug), auch die "Lehre vom Licht" an der Reihe, und damit die Fotografie. Da blieb es nicht beim Bikonvexen einer Lupe - es entstand zunächst eine Camera obscura, dann sogar eine "richtige" Kamera mit Linsensystem. Im total abgedunkelten Wohnzimmer Filmpapier eingelegt, auf dem Balkon der Pappverschluss für einen gefühlsmäßig kurzen Moment von der Linse genommen, im Rotlichtmilieu der zur Dunkelkammer mutierten Küche der Film entpackt und in die etwas streng riechende Entwicklerbrühe gelegt, und schon war es da: das erste selbst aufgenommene Bild, das eigentlich die Ablichtung eines bezaubernden Gartens hätte sein müssen. Was man da sah, war eher schemenhaft, vor lauter schwarzweißem Geschliere kaum definierbar, auf eine ganz andere als erwartete Art be-zaubernd, aber immerhin im Bad fixierbar, also von vorzeigbarer Nachhaltigkeit. ...wenn auch dem halbwüchsigen Experimentator nicht die Lust an der Fotografie vermittelnd. (Näheres unter: "DJ2PJ - oder: wie man unter Umständen Funkamateur wird")

Text und Bild - wie geht das zusammen?

Szenenwechsel. Fast fünfzehn Jahre später: erste Anstellung als Redakteur in einem Verlag, der sich mit Kunst- und Landschaftsbildbänden einen Namen machte, und mit vielem anderen mehr: großformatigen Kalendern mit atemberaubenden Fotografien zum Beispiel und einer ganzen Phalanx von (natürlich "reich bebilderten") Zeitschriften, darunter die AGFA-Fotoblätter. Ein Dorado für einen jungen Mann, der nach einem langen Studium nun endlich textlich ans Werk gehen wollte. Das durfte, das sollte er auch, aber überall liefen ihm Bilder, zumeist schwarzweiße, aber auch farbige, durch den journalistischen Alltag. Sie wollten "gesichtet", beurteilt, nach vielfältigen Kriterien ausgewählt, bearbeitet, berechnet, beschnitten, ausschnittsvergrößert.... und, ganz am Ende, mitsamt den selbstverfassten oder redigierten Texten zu einem anspruchsvollen Œuvre, dem Bildband, zusammengefügt und "umbrochen" werden. Das war nun ein völlig neuartiges und intensiveres Bekanntwerden mit der Fotografie, ganz anders als durch Flieg-Engelchen-Flieg oder eine obskure Kamera. Mit Begeisterung war ich nun beides: Text- und Bildredakteur, lernte, dank namhafter und täglich präsenter Lehrmeister, in Windeseile alles, was man zur Auswahl von guten Fotografien und zur ästhetischen und technischen Gestaltung spektakulärer Bildbände brauchte. Irgendjemand legte mir dann eine alte DACORA auf den Schreibtisch - denn das ging ja nun gar nicht: ein Bildredakteur, der nicht selbst Bilder in die Welt zu setzen wusste. Fortan fotografierte ich "so für mich hin": Kind und Kegel, Urlaub, Schnappschüsse - und in besonders hellen Momenten schon ein bisschen Landschaft und Architektur. Mit nicht gerade vorzeigenswerten Ergebnissen. Ein eher eunuchenhafter Bildredakteur also: Er weiß, wie's gemacht wird, aber er kann's nicht... Daran änderte auch der Wechsel zu anderem Verlag und neuer Aufgabe rein gar nichts; im Gegenteil, der Möchtewohlgern-Bildredakteur war wieder zum reinen Textredakteur geworden.

Umwege vergrößern den Spannungsbogen oder: Everything comes to the one who waits?

Es kam noch schlimmer, als ihn ein Institut der Erwachsenenbildung heim(?) in die Wissenschaft holte, mit der durchaus respektablen Aufgabe, sich um ein bundesministerielles Forschungsprojekt zu "lernzielorientierten, programmierten und zentralisierten Prüfungen" (samt einschlägigen Publikationen und ihrer Verbreitung, versteht sich) zu kümmern. Das hörte sich zwar (ge)wichtig, aber nicht einen Hauch nach Arbeit mit Bild und Text oder überhaupt nach Kreativität an und motivierte schon gar nicht zu weiterem "fotografischen Schaffen". Einziger stetiger Selbsttrost, man könne ja "jederzeit" in die Verlagslandschaft und zum geliebten Journalismus zurückkehren; Projekte pflegen nun mal endliche Laufzeiten zu haben. Endlich? Ganze 27 Jahre Laufzeit und immer trostloser werdenden Trostes wurden daraus, bis - endlich - die Freiheitsstatue des Rentnerdaseins winkte. Everything comes to the one who waits...

Bei genauerem Hinsehen bündelten sich aber gerade die "Entbehrungen" im eher drögen wissenschaftlichen und managementalen Terrain zum kräftigen Motor für eine diesmal überzeugtere Beschäftigung mit der Fotografie: Die gar nicht einmal schlechte DACORA fand recht bald in einer PRAKTIKA Nova einen freundlichen Spiegelreflex-Kumpanen. Wechselobjektive gesellten sich hinzu: Weitwinkel, Tele, dazu Converter, Zwischenringe, sogar ein Kameraschlitten für die Makrofotografie. Wenn mir der Beruf und die vielen (dienstlichen) Reisen und Auslandsaufenthalte Zeit ließen, fotografierte ich wieder, zielstrebiger, therorieunterfütterter, passionierter als zuvor und: mit besserer Ausrüstung. Irgendwann nahm eine zweite PRAKTIKA in der Fototasche Platz, um die wiederkehrende Schrauberei mit den Objektiven loszuwerden. Doch: Wirkliche Zufriedenheit mit den Ergebnissen - inzwischen wurde farbfotografiert - sah anders aus. Zu unbefriedigend, zu schwankend gerade auch die farbigen Resultate. Hatte Walter Boje, guter Bekannter, in seinem wunderschönen gleichnamigen Büchlein nicht von "Mut zur Farbe" gesprochen? Wie wenig solcher Mut doch belohnt wurde!

Das änderte sich - zu meiner großen Enttäuschung - selbst mit der Anschaffung einer MINOLTA 505SIsuper nicht bahnbrechend. Auch hier wieder neue, recht lichtstarke Objektive, diesmal mit dem umgänglicheren α-Bajonett-Verschluss: MINOLTA AF 50 mm 1:1.4, SOLIGOR AF Zoom 28-105 mm 1:2.8-3.8 und SOLIGOR Zoom AF 70-210 mm 1:2.8-4. Allein die Automatisierung der Belichtung und der Fokussierung vereinfachte und verbesserte schon vieles, aber Durchbruch hatte ein anderes Gesicht. Die von den Labors gelieferten Resultate wurden, dem Massengeschäft mit farbigen Bildabzügen und dem Preisdruck geschuldet, immer fragwürdiger und enttäuschender. Den Beweis, dass es, wenn überhaupt, nicht nur am Fotografen lag, wenn Bilder farblich "völlig daneben" lagen, lieferte immer aufs neue das zeitweilige Umsteigen auf Diapositive - aber wer wollte schon zum Betrachten seiner Bilder mit der Leinwand durchs Wohnzimmer ziehen? Und war das unikatäre Dia bei all seinen Vorzügen (Kontrastumfang...) denn wirklich eine ultimative Lösung? Meine Fotografie begann erneut mutloser dahinzudümpeln...

Wer glaubt denn schon sowas?!

Dass sich mit der Digitalisierung der Fotografie gegen Ende des letzten Jahrhunderts, mit dem Aufkommen von Digitalkameras die Welt der Fotografie (ver)ändern würde, sprengte auch meine Vorstellungen nicht. Dass der analogen Fotografie aber längst das Totenglöcklein geläutet habe - wer glaubt denn schon sowas? Einen Tick zu ideal zeichneten sich mir die Vorteile der Digitalfotografie ab: kein (guter oder schlechter) Film mehr mit seiner Endlichkeit an Einzelaufnahmen, keine (vom Fotografen meist nicht beeinflussbaren) chemischen Prozesse mehr,  kein banges Warten mehr auf das fotografische Ergebnis, keine Nachbearbeitung mehr in stinkender Dunkelkammer usf. Das alles war "kaum zu glauben, um wahr zu sein".

Erst nach langer Skepsis und zugleich gründlicher Umschau entschied ich mich, es ebenfalls digital zu versuchen: mit einer SONY DSC-R1, einem sehr bewussten Kompromiss zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera. Dass eine Bridgekamera wie die R1 über ein nicht auswechselbares Objektiv - ZEISS Vario-Sonnar (1:2.8-4.8  14.3-71.5 mm digital) - verfügte, störte mich angesichts meiner damaligen fotografischen Vorlieben und Usancen so gut wie gar nicht. Störend eher der nun häufige Wechsel zwischen digital und analog, manchmal im fliegenden Galopp, von dem ich rasch wusste, dass er kein Dauerzustand sein konnte. Früher als beabsichtigt harrten dann die analogen Utensilien plötzlich in einem Schuhkarton auf das Happy End einer Wiederverwendung.

Die R1 hat meine Fotografie nicht nur beflügelt, sondern zu einem Teil von mir gemacht, den ich aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken vermag. Ein (selbstverständlich digitales) Bildarchiv mit inzwischen einigen tausend Fotografien aus nicht einmal fünf Jahren legt beredtes Zeugnis davon ab. Dabei gehöre ich nicht zu den "ständig aufnahmebereiten" Fotografen, die den lieben langen Tag ihre Kamera mit sich herumschleppen, stets auf der Jagd nach "Motiven" oder einem genialen Schnappschuss. "Schnappschüsse" (mal hier, mal dort, mal dies, mal das) liegen mir nicht; sie entsprechen nicht meiner Wesensart. Meine Fotografie verfolgt eine eher planerische Linie. Meine Motivsuche  und -auswahl ist fast immer von Themen beseelt. Auf sie konzentriere ich Aufmerksamkeit und Kreativität, so dass fotografische "Unternehmungen", ob es sich nun um das Porträt einer Stadt, einer Landschaft oder um die fotografische Beschreibung eines Gartens oder eines Lebensraums handelt, fast immer von eng umrissenen thematischen Absichten gelenkt sind. In der Regel gehen ihnen umfangreiche Recherchen - Vorrecherchen, wie ich sie nenne - voraus. Ich weiß also recht präzise, was ich fotografieren will und werde. Mag das auch ein wenig bürokratisch klingen - ich verfüge über genügend Fantasie und Kreativität, um innerhalb des planerischen Rahmens auch meiner Spontaneität die Sporen geben zu können. In der Regel entstehen zu einem Thema Fotoserien aus ein paar hundert Einzelbildern, die, nach digitaler Nachbearbeitung (dazu kommen wir noch), zumeist einer peniblen inhaltlichen Recherche - der Nachrecherche - unterzogen werden, um sie dann, mit sachgerechter, sehr gewollt aber subjektiv getönter, möglichst über den Duktus einer Bildunterschrift hinausgehender Betextung, zu einem Kalender, einem Fotobuch oder einer "Ausstellung" auf dieser Website zu gestalten.

Happy ohne Ende?

Freunde der Fotografie mag es freuen, wieder einmal jemanden für diese "allerschönste Beschäftigung der Welt" gewonnen zu haben. Noch jemanden, der - sich und anderen - Bilder von dieser Welt macht, sie mit einiger Freude über das Geschaffene vorzeigt oder enttäuscht von der Festplatte verstößt. Das scheint mir trotz - oder gerade wegen - der hier beschriebenen Umwege und Rückschläge soetwas wie ein Happy End zu sein.

Erinnern Sie sich noch an das Analoge, das, plötzlich verachtet und vom Licht der Welt ausgeschlossen, in einem schnöden Schuhkarton zu vermeintlich ewiger Ruhe gebettet worden war? Auch hier frohe Kunde, mit dem Zeug zum Happy End: Zwar feierte nicht der komplette Inhalt des Schuhkartons Auferstehung, schon gar nicht die analoge Fotografie an sich, wohl aber alles α-Bajonetthafte in ihm, mithin alle schon beschriebenen Objektive - nebst Zwischenringen (für die Makrofotografie) und einem großen Sortiment aufschraubbarer Filter. 2013 hatte SONY eine SLT-α58 auf den Markt geschickt. Mit α-mount-Objektiven! Eine umfangreiche Korrespondenz mit den SONY-Ingenieuren ließ die Verwendbarkeit der bereits beerdigten Objektive als mehr als nur möglich erscheinen. Damit nicht genug: ein simpler Adapter eröffnete sogar dem hervorragenden Automatik-Blitzer der analogen 505SIsuper, einem MINOLTA 5600HS mit Leitzahl 56, neue Perspektiven. Es gab deshalb keinen Grund, die Kamera nicht zu kaufen. Die nunmehr einjährigen Erfahrungen mit der SLT sind, von wenigen Kleinigkeiten abgesehen, ganz hervorragend.

DSC-R1 und SLT-α58 verwende ich inzwischen arbeitsteilig und in friedlicher Koexistenz: die R1 als "Basiskamera", die SLT mit SOLIGOR 70-210 mm für den "mittleren" Telebereich, auch wenn die gegenüber der R1 doppelt so hohe Auflösung des α-58-Sensors (ca. 20 Millionen gegenüber ca. 10 Millionen Pixeln) dazu ermuntert, ausschließlich die SLT-α58 mit der Situation angemessenen Wechselobjektiven einzusetzen. Im Moment bleibe ich bei dem gewählten Verfahren: Der Fotorucksack toleriert beide Kameras (und noch einiges mehr), der Fotograf, der dadurch (fast) immer die richtige schussbereite Kamera zur Hand hat, allemal. Und: man benötigt nicht zwangsläufig 20 Mio. Pixel, um schöne Aufnahmen zu machen! Im übrigen ist die R1 zu gut, als dass man sie ersetzen sollte und könnte.

Reparaturwerkstatt oder Abenteuerspielplatz. Oder beides?

In analogen Zeiten war das Wirkungsspektrum des Fotografen mit der Abgabe des Films beim Fotohändler so gut wie erschöpft. Nicht  gleich nachschauen zu können,  was man fotografisch angerichtet hatte, stellte  die  Geduld auf eine hohe Probe. Nachbereitung, (Nach)bearbeitung der Fotos - spätestens seit Farbfotografiezeiten stand dem nichtprofessionellen Fotografen im allgemeinen kein eigenes Labor ("Dunkelkammer") mehr zur Verfügung, in dem man solches hätte bewerkstelligen können. Welche Wandlung sich in digitalen Zeiten vollzogen hat, welche Möglichkeiten sich heute auch dem durchschnittlichsten Fotografen eröffnen, ist kaum ohne Enthusiasmus zu beschreiben. Bildbearbeitung - es fängt ja schon ein Stück weit vorher an. In welchem Format - RAW, JPEG... - speichert eine Kamera die Bilder ab? Weil das maßgebend für die Möglichkeiten einer weiteren Bearbeitung der Bilder sein kann. Der digitale Fotograf tut gut daran, sich aufgrund zahlreicher Versuche seinen persönlichen Workflow, d. h. seine ganz persönliche Vorgehensweise bei der Bildbehandlung, zu erarbeiten. Dabei geht es mit Hilfe einer Vielzahl von PC-Programmen nicht nur darum, in einer Art Reparaturwerkstatt Fehler des Fotografen oder Unzulänglichkeiten der fotografischen Gerätschaft zu mildern oder auszubügeln, sondern sich - auf einem deutlich höheren Niveau - dem Abenteuer einer vielleicht mit "kunsthandwerklich" zu umschreibenden, wenn nicht sogar genuin künstlerischen Bearbeitung anzuvertrauen. "Er will ja nur spielen..."

Während meiner ersten digitalen Gehversuche mit der R1 lief mir recht schnell ein Programm über den Weg, das inzwischen zu einem der Mittelpunkte meiner fotografischen Arbeit, auch mit der SLT-α58, geworden ist: das DxO Optics Pro, in das weitere Bearbeitungsprogramme, die auch stand-alone existieren, eingebettet sind: DxO View Point (für geometrische Korrekturen und Bokeh) und - wenn auch von mir nur sporadisch genutzt - DxO Film Pack (zur nachträglichen Simulation von Features alter Farbfilme bzw. der Umwandlung von Farbe in Schwarzweiß). Von geringen Ausnahmen abgesehen, ist DxO Optics obligatorischer Bestandteil aller meiner Bearbeitungen und damit auch meines persönlichen Foto-Workflow geworden. Auch die eigene "Arbeitsanweisung" wird ständig verfeinert und sicherlich, wenn sie eines Tages eine gewisse Stabilität erreicht hat, auf dieser Website veröffentlicht.

Es würde den Rahmen einer persönlichen Vorstellung sprengen, alle von mir derzeit zur Verwendung kommenden PC-Programme ausführlich samt Indikation ihrer Anwendung zu erläutern. Ein Teil der Software steht ohnehin auf einer Art experimentellem Prüfstand, ein anderer ist eher gelegentlich frequentierten Spezialanwendungen vorbehalten. In der folgenden Tabelle sind die Namen aller routinemäßig angewandten EDV-Programme fett gedruckt, die anderen in normaler Schrift ausgeführt. Die Auswahl trifft bei Spezialproblemen inzwischen übrigens ein eigens geschaffener "Bearbeitungs-Pfadfinder".

Software*

Quelle

Anwendung

Freeware/Lizenz

URL

DxO Optics Pro 11.4.2

DxO Image Science

 (kamerabezogene)    Bildbearbeitung und     -korrektur**

Lizenzgebühr

www.dxo.com/intl/

DxO View Point 3.1.2 DxO Image Science geometrische Korrekturen, Bokeh-Bearbeitung Lizenzgebühr

www.dxo.com/intl/

DxO Film Pack 3.2.3 DxO Image Science spez. Farbkorrekturen, S/W-Konversion, kreative Korrekturen des Bildeindrucks  

Lizenzgebühr

 

www.dxo.com/intl/
Foto Sketcher 3.3.0 David Thoiron Bildbearbeitung und kreative Bildkonversionen

Freeware

www.fotosketcher.com
Foto Suite 2006

Microsoft Corp.

 u. a. Bildbearbeitung und -verbeserung

Lizenzgebühr

www.microsoft.com

GNU Image Manipulation Program (GIMP) 2.8.20 GIMP Developing Team     Bildbearbeitung und     -verbeserung

Freeware

www.gimp.org
HDR Darkroom 6.1.0 Everimaging Ltd HDR-Bearbeitung

Lizenzgebühr

www.everimaging.com/
HDR Projects Darkroom 2.26 Franzis Verlag HDR-Bearbeitung

Lizenzgebühr

www.franzis.de/hdr-projects-darkroom
HDR Projects Platin 1.2.3 Franzis Verlag HDR-Bearbeitung Lizenzgebühr www.franzis.de
HDR Projects Professional 1.25 Franzis Verlag HDR-Bearbeitung Lizenzgebühr www.franzis.de
Image Data Converter SR 1.0

Sony Corp.

RAW(SR2)-Verarbeitung und Formatumwandlungen (DSC-R1)

Freeware als Teil des DSC-R1-Software-Pakets

www.sony.de

Image Data Converter 4.2.04 Sony Corp. RAW(ARW)-Verarbeitung und Formatumwandlungen (SLT α58) Freeware als Teil des SLT-α58-Software-Pakets www.sony.de
Machinery HDR 3.0.41 Machinery HDR Software HDR-Bearbeitung Lizenzgebühr www.machineryhdr.com
Machinery Explorer 2.2 Machinery HDR Software Bild-Management zu Machinery HDR Freeware www.machineryhdr.com
Media One 2.10 Corel Corp.        Bildbearbeitung  und  -korrektur, Bildorganisation

Lizenzgebühr

www.corel.com
One Click Wipe 3.0 Franzis Verlag Bildoptimierung, Retusche Lizenzgebühr www.franzis.de
Painter Essentials 3 Corel Corp. Bildverwandlung, "Virtualisierung" Lizenzgebühr www.corel.com
Paint.NET 4.0.17

Paint.NET

      Bildbearbeitung und   -korrektur

Freeware

www.getpaint.net

Paint Shop PRO X

Corel Corp.

      Bildbearbeitung und   -korrektur, Spezialeffekte

Lizenzgebühr

www.corel.com

PhotoBC 1.0

Antonio de Cruz

SW-Umwandlung, SW-Spezialeffekte

Freeware

www.photofiltre.com

PhotoDirector 4.1.4 Cyberlink         Bildbearbeitung und -korrektur, HDR-Bearbeitung Lizenzgebühr de.cyberlink.com
Photo Filtre 7.2.1

Antonio de Cruz

      Bildbearbeitung und   -korrektur, Spezialeffekte

Freeware

www.photofiltre.com

Photo Impact X3 

Ulead Systems

      Bildbearbeitung und   -korrektur, Spezialeffekte

Lizenzgebühr

www.corel.com

Photomizer Retro SE 2.02.13 Engelmann Media Retro-Spezialeffekte Freeware www.engelmann.com
Photo Scape 3.7 Mooi Tech         Bildbearbeitung und -korrektur, Spezialeffekte, Animationen Freeware www.photoscape.org/
Photoshop CS2

ADOBE Systems, Inc.

        Bildbearbeitung und -korrektur, Spezialeffekte

Lizenzgebühr

www.adobe.com

Photo Shop Elements 5 ADOBE Systems, Inc.         Bildbearbeitung und -korrektur, Spezialeffekte Lizenzgebühr www.adobe.com
Photo Zoom Classic 4.1.4

Ben Vista

Qualitätsverbesserung bei Bildvergrößerung

Lizenzgebühr

www.benvista.com

PlayMemoriesHome 5.4.02 Sony Corp.          Bildbearbeitung und -korrektur, Bildorganisation Freeware als Teil des SLT-α58-Software-Pakets www.sony.de
Topaz Adjust 5.0.1 Topaz Labs Spezialeffekte, "Virtualisierung" Lizenzgebühr www.franzis.de
Virtual Painter

P. & A. America, Inc (?)(nach meinen Recherchen nicht mehr erhältlich)

Spezialeffekte,  Bildverwandlung,  "Virtualisierung"

Lizenzgebühr

-

Xtreme FotoDesigner 6

Magix AG

        Bildbearbeitung und -korrektur, Spezialeffekte

Freeware

www.magix.de

*derzeit in Gebrauch befindliche Software-Versionen   **vornehmlich automatische kamera- oder/und objektivspezifische Korrekturen
Der Weg ist das Ziel?

Selbstverständlich verfolge ich wie jeder Fotograf Ziele. Im Moment habe ich mich, wie oben angedeutet, der Reise-, Architektur- und Landschafts-Fotografie verschrieben und fokussiere meine Aktivitäten auf Bildserien, die sich zu Bildbüchern oder auch zu Kalendern (ein halbes Dutzend ist bereits erschienen) "verarbeiten" lassen. Dabei spielen immer auch Texte - z. B. solche, die (kunst)historische oder geografische Bezüge herstellen - eine den Bildern zugeordnete Rolle, ohne lediglich Bildunterschriften sein zu sollen. Zwei Bildbände im A4quer-Format - einer über Hallstatt, ein anderer über St. Bartholomä am Königssee - haben bereits "im Selbstverlag" das Licht der Welt erblickt. Beim ersten Draufschauen folgen sie einem sehr ähnlichen gestalterischen Duktus; bei genauerem Hinsehen offenbart sich gleichwohl ein ganz unterschiedlicher Umgang mit der Formatierung der einzelnen Abbildungen (im zweiten Band finden sich vergleichsweise weniger, dafür aber großformatigere Bilder) ebenso wie mit allgemeineren Gestaltungsmerkmalen. Was nichts anderes bedeutet, als dass ich noch experimentiere. Hallstatt und St. Bartholomä werden in absehbarer Zeit auch auf dieser Webseite fotografisch thematisiert werden. Ein dritter Bildband, über Salzburg, in Anlehnung an die auf dieser Website bereits veröffentliche Fotoreportage, soll dann - wahrscheinlich mit einem großformatigeren und damit auch großzügigeren Buchformat - ein wenig andere Wege beschreiten. Das Experiment spielt überall mit, wobei in erster Linie gilt: Der Weg ist das Ziel: die Freude am kreativen Schaffen und Ausprobieren. Dass der Autor eines Bildbandes für Bild und Text und für Konzeption und Gestaltung verantwortlich zeichnet, ist auch für mich ein Novum. Ich bin glücklich damit. Auch, dass nirgendwo kommerzielle Absicht präsent ist. Wie lange meine Affinität zu Landschafts-, Städte- und Architektur-Fotografie anhält, ob meine Fotografie - ergänzend dazu oder nicht - irgendwann zu neuen Ufern drängt, vermag ich nicht vorauszusagen. Ideen zu Neuem und Neuartigem gibt es en masse.

Unstrittig, dass Fotografie stets auch mit Dazulernen einhergeht, ob es sich nun um das fotografische Hand(!)werk an sich oder den  Umgang mit neuartigen Bildbearbeitungs-Programmen handelt. Zur Zeit kreist mein Lernen um Probleme der Farbentheorie und -lehre, um alles, was mit HDR (high dynamic range) zu tun hat, um Bokeh-Techniken und um anderes mehr. Mal sehen, welche Lernbegehr-lichkeiten die Zeit so mit sich bringt...

 

Ach ja - seit August 2017 ergänzt ein gewichtiges TAMRON 150-600 mm (digital) mit Lichtstärke 5-6,3 das Objektiv-Sortiment, was sicherlich zur Erweiterung des fotografischen Horizonts, vielleicht sogar der fotografischen Thematik, beitragen wird.

Schaun Sie ruhig mal wieder rein, damit Sie sehen, was aus alledem geworden ist.

Ihr Hans-Dieter Teichmann

 

 

 

 Initially published: 2017
Last revision: 15th September 2017
©2017 by Hans-Dieter Teichmann

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